Badelandschaft Dresden Neustadt 1899

Dresdner Badewannen

Der Sommer ist da! Die Sonne lacht und lässt uns schwitzen. Schnell unter die Dusche, bevor es abends in den Club geht. Wie haben die das früher hier gemacht? Ein Sprung ins kühle Nass! Doch wohin? Prießnitz, Elbe, Nordbad oder eigene Dusche? Nee, die gab es ja nicht. Also wohin? Die Prießnitz diente allenfalls zum Füße kühlen. In der Elbe waren da schon erste Schwimmzüge möglich. Doch fürs Feinmachen vor dem Tanzvergnügen besuchte man öffentliche Badeanstalten. Die Inneren Neustädter gingen ins Johannes-Bad in der Königstraße 23. Heute ist das ein Wohn- und Geschäftshaus. 150 Wannenbäder konnten dort täglich in der III. Klasse gegeben werden. Drei Bäder inklusive Handtuch kosteten 1 Mark. Kurze Wege gab es auch in der Neustadt. Klar, das Germania-Bad, heute Nordbad in der Louisenstraße 48 kennt jeder. Zu den 400 Wannenbädern täglich, gab es noch eine Schwimmhalle mit Brausen. So kam man täglich sogar auf 1000 Bäder. Einige kennen vielleicht noch das Louisen-Bad, heute Stadtteilhaus Dresden Äußere Neustadt in der Prießnitzstraße 18. Ein kleines Bad, dafür mit Zugang zur Prießnitz. Grade mal 75 Wannenbäder konnten hier täglich genommen. Wer genau hinschaut, erkennt in der Kneipe Oosteinde heute noch im Gastraum die Kabinenstruktur des Wannenbades. Neu war mir, dass es noch das Margarethen-Bad in der Bautzner Straße 75 gab. Das ist der heutige Club U-Boot im HH und die Kaffeerösterei im Vorderhaus. Täglich konnten hier 200 Wannen- und Brausebäder verabreicht  werden. Was für den Anwohner gut war, beklagten die Badeanstaltsbesitzer. Sie beschwerten sich bei der Stadt Dresden, dass immer mehr Volksbäder öffneten und ihre Existenz dadurch gefährdet werde. Das sie nur mehr mit Mühe und größter Anstrengung ihre Existenz erhalten konnten. Tatsächlich ist nach 100 Jahren nur noch ein Bad existent. Das heutige Nordbad mit seiner bewegten Geschichte. 1974 wurde die Schwimmhalle und 1982 das Wannenbad endgültig geschlossen. Doch nach der Wende begannen die Neustädter um ihr Nordbad zu kämpfen und setzten eine Sanierung durch. 1997 konnte es in heutigem Glanz erstrahlen und ist ein wichtiger Treffpunkt der Neustädter. Wannenbäder gibt es heute keine mehr, aber die Schwimmhalle ist noch erhalten. Entspannung und Reinigung findet man hier in der Sauna. Nun ja, vielleicht nicht der erste Anlaufpunkt bei Sommerhitze.

Margarethen-Bad 1899

Johannes-Bad 1899

Louisen-Bad 1899

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