BRN Nachwehen.

Schon die gesamte letzte Woche stand unter einem arbeitssamen und stressigen Stern. Montag und Dienstag liefen so langsam die Vorbereitungen für das aufkommende Wochenende an und die Spannung sammelte sich bereits am Mittwoch in einem verfrühten Höhepunkt: eine Pressekonferenz zu den Planungen und Vorstellungen von Unterevents für die diesjährige Bunte Republik Neustadt. Die Parteien versammelten sich in der Scheune zu einer Art Podiumsdiskussion, bei der sich ihre Organisationen darboten und einen ersten Vorgeschmack für das Wochenende gaben. Unter anderem wurden die extra für die BRN gedruckten Briefmarken gezeigt, das Programmheft ausgelegt und ein erster Druck der Aus die Maus in die Runde gegeben. Dank Hitze und allgemeinem Flüssigkeitsmangel wurde das gemeinsame Interview nach etwas mehr als einer Stunde schon zum Ende gebracht.

Versammlung

 

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Die nächsten Tage ging es munter weiter, immerhin wollte das Stadtteilhaus seine Ausstellungen bis zum Freitag 16 Uhr auch fertig bekommen. Es wurde viel gelaufen, getragen, geklebt und gehangen und nach ein paar Stunden konnten schon erste Erfolge verzeichnet werden. Es wurde langsam, aber der Zeitdruck versiegte noch immer nicht. Banner und Plakate wollten noch aufgehangen, BRN-Zeitungen ausgeliefert und Flyer verteilt werden. Das Wetter spielte auch mit, es war nicht mehr so heiß wie an den Tagen zuvor. Am Freitag wurde alles noch rechtzeitig in einer buchstäblichen Hau Ruck!-Aktion fertiggestellt, bevor die ersten Gäste eintrudelten und uns mit ihrem Besuch beehrten. Es hatte sich also doch schon lange rumgesprochen, dass dieses Jahr eine gesonderte Austellung über Hausbesetzungen in der Neustadt aufgezogen wurde. Auch die Ausstellung im BRN-Museum erschien in neuem Glanz, Fokus lag hier auf den Anfangszeiten der Bunten Republik um die Wendezeiten.  Die hauseigene Wanne bot wieder einen geschichtsträchtigen Überblick über die Geschichte der BRN in den neueren Jahren. Die Aus die Maus ging raus wie warme Semmeln. Ettliche Besucher zog es in das Stadtteilhaus und positive Resonanz wurde da gelassen. Eine ältere Bewohnerin der Neustadt berichtete Vanessa und mir sogar von einem eher positiven Wandel der Neustadt im Allgemeinen. Auch rückschauend auf die ehemaligen Bunten Republiken ist ihr eine Besserung aufgefallen. Die Menschen kommen und arbeiten wieder mehr zusammen, was sie als schön empfände. Generell haben wir für die diesjährigen Ausstellungen im Stadtteilhaus ein positives Feedback erhalten. Als besonderes Highlight erwies sich die individuelle Ausstellung des BRN-Passes. Dies fand bei den Besuchern großen Anklang und war einer der interessantesten Unterfangen des Wochenendes. Man konnte nämlich so einige nette Geschichten und Anekdoten aus den Gästen herauskitzeln.

Ich war sozusagen bis zum letzten Wochenende ein BRN-Neuling schaue meiner ersten Bunten Republik (die ich aktiv miterlebt habe) mit einem lachendem und einem weinendem Auge nach. Auf der einen Seite hatte ich nicht besonders viel Zeit, das bunte Treiben zu genießen aber auf der anderen Seite hatte ich auch in den Stunden, in denen ich durch die Strassen der Neustadt flanieren konnte, nicht besonders viel Lust und Elan übrig, alles in mich aufzunehmen. Am Sonntag gedachte dann auch das Wetter in Dresden einen Strich durch aller Rechnung zu machen. Viele ließen sich jedoch durch die Regenschauer und die fallenden Temperaturen nicht die Laune vermiesen und aus alles Ecken und von allen Straßenenden schalte laute Musik, die sich zu einem seltsamen Mischmasch verband, wenn man (wie ich), eine Weile über den Dingen stand. esfülltsich

  Rückblickend hätte ich mir gewünscht, dass das Wochenende etwas ruhiger abgelaufen wäre. Die Helferzahl im Stadtteilhaus ist im Laufe der drei Tage leider immer weniger geworden. Natürlich hat jeder sein Bestes getan, um die Ausstellungen auf den vier Etagen auf die Beine zu stellen, aber an der Kommunikation untereinander könnte man eventuell zukünftig noch etwas arbeiten. Wahrscheinlich ist die fehlende Kommunikation, von der ich spreche, auch dem Zusammenbrechen des Mobilfunknetzes zu verdanken.

eingang

Freunde von mir hatten allerdings viel Spaß auf der BRN. Sie meinten, das Wetter hätte keine Rolle gespielt, die Leute wären nett gewesen und das Bier hätte in manchen Strassen besser geschmeckt als in anderen. Die Freundlichkeit der Neustädter kann auch ich nur bestätigen – fast jeder war wirklich gut gelaunt und war konversationsfreudig, offen und zugänglich. Das würde man sich dann doch auch für das ganze Jahr wünschen. Einzig auf der Talstrasse spielten sich dramatische Szenen in einer Nacht ab: Die Stadtreinigung hielt es für nötig, die Möbel der Anwohner, die wie gewohnt über die Nachtstunden auf den Strassen stehen gelassen worden, im frühen Morgen abzuholen und zu schreddern. Sofas, Betten, Schränke; alles wurde einfach fortgeholt. Dass sich teilweise jedoch auch persönliches Hab und Gut in den Einrichtungsgegenständen befand, schien die Männer in Orange wenig gestört zu haben. Viele der Bewohner vermissen nun Schlüssel, Geschirr und natürlich auch ihr Interieur. – Franzi.

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