Die Freuden des Fleisches – Louise 13

Die Louisenstraße schlendert jeder entlang, der durch den Stadtteil bummelt. Seit Anbeginn ist sie eine oft genutzte Straße. Angelegt wurde sie in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, als es kaum Häuser vor den Toren der Stadt gab. Ursprünglich hieß die Straße Badegasse, weil sie stadtauswärts zum Linckeschen Bad führte. Dieses wurde 1764 an der Mündung der Prießnitz errichtet und gehörte zu den beliebtesten Ausflugszielen der Dresdner.

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Louisenstraße vor 1945 Foto: Stadtteilarchiv

Umbenannt wurde die Straße 1840 zum Gedenken an Prinzessin Louise von Lucca. Die Spanierin lebte mit ihrer Familie in Frankreich im Exil. Als sie 23 Jahre alt war, wurde sie mit dem sächsischen Prinz Maximilian verheiratet. Dadurch wurde sie Prinzessin von Sachsen. Als sie 1825 ihre Hochzeit feierte, war der Prinz bereits 66. Kinder gingen aus dieser Ehe nicht hervor. Sie zog es vor in Wien zu leben und galt als sehr exzentrisch.

Eine berühmte Adresse ist die Hausnummer 13. Jeder in der DDR kannte diese Anschrift.

Zur Zeit als die Straße in Louisenstraße umbenannt wurde, stand dort ein eingeschossiges Haus, in dem ein Maurergeselle lebte. 1895 wurde das Gebäude in der heutigen Form neu gebaut. Im Erdgeschoss befand sich bis nach dem 2. Weltkrieg eine Fleischerei.

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1950 beschließt der Drogist und Hersteller von chemischen Erzeugnissen Hans Kästner sein Ladengeschäft auf der Görlitzer Straße 30 zu schließen und seine Drogerie in einen Versandhandel umzuwandeln. Er eröffnet in der Louisenstraße 13 den HK-Versand, das berühmteste Geschäft der gesamten DDR. Der postalische Vertrieb von Kondomen der Marke „Mondos“, die ausschließlich im VEB Plastina Gummiwerke „Werner Lamberz“ in Erfurt hergestellt wurden, war in der DDR ein Monopol der Firma Kästner. In besten Zeiten verließen täglich 150 bis 200 Sendungen das Haus. 30.000 Kunden verzeichnete die Kartei.

1985 stirbt Hans Kästner. Seine Leiterin des Versandhandels Hannelore Perner übernimmt sehr erfolgreich das Geschäft. 1990 begann der Niedergang. Perner eröffnete neben dem Versandhandel das Erotikgeschäft „Hannelores Sex-Shop“. Aber der großen Konkurrenz von Beate Uhse war sie nicht gewachsen. Kurz vor dem 100jährigen Firmenjubiläum 1998 muss sie schließen. An der selben Adresse befindet sich heute der Novum Erotik Markt.

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Louisenstraße 13 1990 Foto: Lothar Lange

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