Geschichte der Neustadt

Was tut das Volk? Es volkt nicht!

Am Sonntag, den 1. September 2019 öffnet das BRN-Museum wieder

regulär 11 bis 17 Uhr im Stadtteilhaus.

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Foto: Lothar Lange 1990

 

Die Sonderausstellung „Aerosol Art in der Neustadt“ erinnert an den Beginn der Dresdner Graffiti-Szene. Die Writer der ersten Stunde erzählen, wie es in den 1980er Jahren begonnen hat. Originalzeichnungen, der 1. Dresdner Hip-Hop-Trickfilm von Gabor Steisinger „Quick Animation“ und zahlreiche Fotodokumente lassen die Achziger und Neunziger wieder lebendig werden.  Wer vorab schon mal schauen möchte, kann Steisingers „In my Neighbourhood“ anschauen.

Hier lässt sich vortrefflich über Styles, Materialien und best places of Graffiti diskutieren.

 

Historische Graffitis

Seit einer Woche absolviere ich mein Praktikum im Stadtteilarchiv Dresden Neustadt, in meiner ersten Woche habe ich Historische Bilder von 1990-1995 herausgesucht auf denen Graffitis zu sehen sind, von diesen Bildern gibt es viel mehr als gedacht, deshalb musste ich auch 2892 Bilder durchsehen. Letztendlich habe ich 141 Bilder heraussuchen können, also ca. 5%.25f_Fotografien-90-2002_3-5512-242 Zur Hälfte gesprühtes Fahrrad.                                                                            Foto: Unbekannt

Diese Bilder habe ich dann in einer Diashow/PowerPoint aneinandergereiht und beschriftet, was viel anstrengender war als gedacht da ich zu vielen Bildern die  Jahreszahlen und Titel oder die Künstler suchen musste. Das was mich am meisten angestrengt hat war allerdings das Entziffern der Texte auf diesen Graffitis.

Die Diashow kann man im BRN-Museum ansehen (ab dem 14.06.2019).

Im Moment bin ich damit beschäftigt diesen Blog zu schreiben und Fotografien die zusammenkleben voneinander zu trennen, außerdem scanne ich noch nicht digital gespeicherte Fotos ein und speichere diese. Auch wenn es anstrengend klingt macht die Arbeit hier im Stadtteilhaus viel Spaß! Besonders hat mir gefallen die vielen verschiedenen Bilder anzusehen und somit die unterschiedlichen Werke der Künstler zu sehen. Die Zeit vergeht hier wie im Flug und jetzt ist schon fast die zweite Woche meines Praktikums vorbei, was meiner Meinung nach wirklich schade ist.

Beliebter Treffpunkt

Das Haus Marin-Luther-Straße 17 hat mit seinem runden Türmchen und der Klinkerfassade ein markantes Aussehen und beherbergt heute das Cafe Lloyds.

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Martin-Luther-Straße 17 Foto: Joachim Schuster

Die Martin-Luther-Straße wurde 1834 „Auf dem Sand“ angelegt. Damals trug sie noch den Namen Martinstraße. Denn die neue Straße verlief zum größten Teil über das Grundstück des Schänkwirts Johann Gottfried Martin. Später schenkte er sein Land der Stadt. Die Martin-Luther-Kirche wurde fertig gestellt und zum 400. Todestag von Martin Luther erhielt die Straße ihre jetzige Bezeichnung.

Sehr rasch wurde die neue Straße mit Häusern bebaut. Die Hausnummer 17 erscheint erstmalig 1850 im Dresdner Adressbuch und gehörte der Witwe Freifrau Johanna von Luttig. 1880 steht das heutige Haus an der Ecke und im Erdgeschoss existiert zu dieser Zeit eine Schänk- und Speisewirtschaft. 20 Jahre später existierte in den Räumen eine Galateriewarenhandlung. Modische Accessoires waren in der Neustadt schon immer gefragt. Mit Beginn der Nazizeit wurde offenbar praktischer gedacht und das Geschäft in eine Plättanstalt umgewandelt. Noch während der DDR-Zeit bestand die Heißmangel.

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ehemalige Heißmangel Anfang 1990er Jahre Foto: Lothar Lange

Nach der Wende bügelten die Anwohner offensichtlich wieder zu Hause. Die Räume wurde wieder ein Cafe. 2008 eröffnete das heutige Cafe Lloyds und wird von der Evangelischen Behindertenhilfe betrieben. Heute gehört dieses Cafe zu den beliebtesten im Stadtviertel und ist für die nachmittägliche englische Teatime berühmt.

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Cafe Lloyds an der Ecke Böhmische Straße Foto: Stadtteilarchiv

Die Geschichte von Sport und Tourismus

Der 15. Dresdner Markt für Geschichte und Geschichten in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek hat dieses Jahr ein Thema, welches viele Menschen in Dresden bewegt.

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Auf dem Dresdner Geschichtsmarkt gibt es immer etwas zu entdecken Foto: Stadtteilarchiv

Dresden war schon immer eine beliebte Reisestadt. Die gemalten Stadtansichten in der Gemäldegalerie legen darüber Zeugnis ab. Am berühmtesten sind wohl die Bilder des Italieners Bernardo Bellotto, genannt Canaletto. Der Turm der Dreikönigskirche in der Inneren Neustadt ist bis heute beliebt bei den Touristen, denn von oben sieht man die Stadtansicht, wie sie der Maler im 18. Jahrhundert festgehalten hat.

Adrian Zingg und Anton Graff studierten im 19. Jahrhundert in Dresden und wanderten durch die Sächsische Schweiz. Dabei fertigten sie Skizzen der wilden Landschaft an. Musiker folgten ihnen und ließen sich zum Komponieren verführen, Dichter schrieben Gedichte und verfassten Romane. Der Musiker und Malerweg gehört heute zu den beliebtesten Ausflugszielen in Sachsen.

Bei Sport denken viele an Dynamo Dresden. Dabei sind Rugby und Hockey viel ältere Sportarten in der Stadt. Wer kennt heute noch die Radrennbahn in Reick?

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Radrennbahn Dresden Reick 1926 Foto: unbekannt

Die Neustadt macht mit dem Skispringen im Alaunpark Schlagzeilen, wenn mal Schnee liegt. Die Langläufer des Skiweltcup Rennens lassen Schnee künstlich herstellen. Seit 2018 vermarktet sich Dresden als Wintersportort. Steigende Touristenzahlen können eben dem Umweltschutz vorgezogen werden.

Termin: 23./24. Februar 2019