BRN-Museum

Eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der BRN als Schülerpraktikantin

Hey, ich möchte euch einfach mal meine Eindrücke und Erfahrungen hier bei meinem zweiwöchigen Schülerpraktikum im Stadtteilhaus Dresden-Neustadt erzählen. Das erste was mir sofort gut gefallen hat, ist die lockere und angehme Stimmung hier. Ich habe jetzt die spannende Aufgabe ein Fotoalbum zur BRN Ausstellung zu gestalten. Anfangs habe ich mich gefragt was das denn überhaupt ist, doch durch das ansehen der alten Fotos habe ich, nach und nach einen besseren Überblick über das jährliche Fest, in der Neustadt bekommen. Einige Fotos sind allerdings sehr schwer in eine gewisse Zeit zu ordenen, weshalb das Zusammenstellen der Bilder für das Fotobuch nicht immer ganz leicht ist. Es ist wirklich interessant zu sehen was sich in nur wenigen Jahren alles verändert hat. Es macht echt Spaß jeden Tag etwas neues kennen zu lernen, von dem man meistens noch nichts weiß.

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das bin ich =^^=

 

Heißer Sommer im Archiv

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Die Bürgersteig-BRN 2016 ist Geschichte. Höchste Zeit sich dem heißen Sommer zu widmen. Das BRN-Museum wird vollkommen umgestaltet. Unsere Praktikanten haben schon fleißig gemalert. Die neue Ausstellung für die Museumsnacht im September wird erarbeitet. Zurzeit wälzen wir alte Zeitungen und werten Werbeanzeigen aus. Die Ausstellung ist auf der Spur des historischen und des neuen Gewerbes in der Neustadt.

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Bei Hitze denke ich zuerst an Eis. Neumanns Eisgrotte, heute auf der Görlitzer Straße 4, ist jetzt vielen als Tiki bekannt. Das Café Komisch am Bischofsweg 50, das I Lovo Yo auf der Rothenburger Straße 36, mimis Eismanufaktur auf der Alaunstraße 36 (leider auch schon wieder historisch) sind andere sommerliche Glücksboten mit kühlender Geschmacksexplosion. Aber wer kennt noch das Eiscafé Martin auf der Rothenburger Straße 31? Wer ging hier ein und aus? Welches Eis wurde angeboten? Wie sah das Café aus?

Kästner AnzeigeMit Waren ganz anderer Art für eine heiße Zeit handelte der Kästner Versand auf der Louisenstraße 13. Mit dem Schriftsteller, der im Viertel wohnte, ist er nicht verwandt. Er war DER Erotikversand der Werktätigen. Wer sich nicht traute in der HO nach Kondomen zu fragen, wandte sich an den diskreten Versandhandel. Gegründet wurde er bereit 1899. Von Anfang an handelte Kästner auch mit Artikeln für Körperpflege und Schönheit. Leider konnte er sein 100jährigen Bestehen nicht mehr erleben. Zu stark war die Konkurrenz von Beate Uhse. Aber es macht sehr viel Freude, in den alten Katalogen von 1974 zu blättern und diese Unternehmensgeschichte zu recherchieren.

IMG_0001(1)Heiße Schlitten wurden auf der Königsbrücker Straße 8 gehandelt. Hier befand sich die Dresdner Luxuswagen-Fabrik Robert Lieber. Denkt man heute an Luxuswagen in Dresden, hat man nur die Pheaton-Pleite im Kopf. Dort, wo sich früher „Landauer, Coupes, Halbchaisen, Transport und Reklamewagen tummelten, entwickelte sich 1920 der Fuhrbetrieb Zschornack und Johann Brand betrieb im Erdgeschoss des Hauses eine Automobil- und Militärausrüstungssattlerei. Danach wurden bis 1944 Autos lackiert durch die Firma P. Schaal und H. Reckewell. Jetzt verliert sich die Spur in der DDR-Zeit. Dazu laufen noch die Recherchen. Wer etwas weiß, kann sich gern bei uns melden. Heute geht es auf der Köni 8 eher um heiße Eisen. Die Jugendgerichtshilfe unterstützt junge Menschen, die etwas auf dem Kerbholz haben oder in einen Schlamassel geraten sind.

Die Ausstellung eröffnet am 17.09.2016.

Wer Angaben zu unseren Nachforschungen machen möchte, kann sich gern an das Archiv wenden. stadtteilarchiv@gmail.com oder 0351-267 22 07

Letzter Tag :(

Heute ist mein letzter Tag hier. Leider. Es war hier eine wunderbare, lehrreiche Zeit. Das hier ist ein Praktikum dass ich jedem Geschichtsbegeisterten sehr empfehlen kann. Man wird hier mitten in den ganz normalen Alltag mit einbezogen und kann auch einige verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, bei denen man nicht das Gefühl hat dass man die einfach nur bekommt um beschäftigt zu werden, sondern die wirklich wichtig sind und gleichzeitig eine Menge Spaß machen. Dass sind alles Dinge die ich in der Schule definitiv vermissen werde. Auch kann man hier wunderbar spät aufstehen. Selbst dann wenn man wie ich einen Anfahrtsweg von einer Stunde hat muss man nicht schon um 6 oder um 7 aufstehen sondern kann ganz gemütlich um 8 aufstehen um dann um 10 hier  zu sein.

Heute habe ich die Box fertig gestellt welche ich in meinem Halbzeitbericht bereits erwähnt habe.P1080713.JPGNaaaaaa neugierig? 😉 wenn ja dann wisst ihr ja wo ihr die Box sehen könnt, vom 17.-19 Juni bei der BRN im Stadtteilhaus. Dann werden da übrigens noch eine Menge andere Boxen zu sehen sein. Natürlich werden auch diese wieder alle selbst gemacht sein. Nur von anderen Praktikanten, also die die dann nach mir hier arbeiten werden.

Alles in allem war es eine schöne Zeit hier und ich werde das freundliche Team und dass Gefühl etwas wirklich nützliches zu tun sehr vermissen. Deshalb noch einmal vielen Dank an euch Anett und Ulla.

Auf wiedersehen

eure Schülerpraktikantin Wiebke 🙂

Verspätete Halbzeit ;)

Hi Leute

jetzt ist schon die Hälfte meiner Zeit hier rum. Eigentlich schon mehr da Halbzeit gestern gewesen wäre. Nur hatte ich gestern keine Zeit zum schreiben. Meine Zeit hier war bisher, und mit ziemlicher Sicherheit auch noch die restliche Woche, sehr schön. Es macht eine Menge Spaß hier zu arbeiten, da auch die eigenen Ideen berücksichtigt und versucht werden mit einzubauen.

Momentan bastel ich hier an meinem Karton für die BRN-Ausstellung. Eine Aufgabe die eine Menge Geduld beansprucht. Wen ihr wissen wollt was ich mit dem Karton meine, dann kommt doch einfach mal zur BRN dieses Jahr (17.-19. Juni 2016) hier im Stadtteilhaus Dresden Neustadt vorbei und schaut euch die Ausstellung an. Es wird toll.

P1080703.JPGDas Ergebniss dessen was ich hier gerade bastel könnt ihr auf dem nächsten Bild sehen.P1080708.JPG

Das ist nur einmal ein kleiner Vorgeschmack davon, was euch dieses Jahr im BRN-Museum erwartet. Leider habe ich noch keine Ahnung wie ich meine kleine Band hier nennen soll, aber da fällt mir sicher noch etwas ein. Und wenn nicht dann muss es halt einen Namenlose Band bleiben ;).  Sonst genieße ich die letzten noch verbliebenen Tage hier, denn danach geht wieder die Schule los.

LG Wiebke

 

Wir werkeln, wie die Verrückten

Nathalie Lina Heil

Diese Karrikatur ist Bestandteil der Ausstellung

 

Die Umgestaltung des BRN-Museums nimmt Gestalt an. Die Interviews für die neue Ausstellung sind im Schneideraum und die Köpfe rauchen beim Texte schreiben. Die Musiker von Faunpalast proben fleißig.

Nathalie, unsere neue Praktikantin im Stadtteilhaus ist uns eine große Hilfe! Die meisten Ideen für die Ausstellungsgestaltung kommen von ihr und sie setzt sie fabelhaft um.

Noch 1 Woche bis zur Vernissage am 5. März.

Die zwei Leben der Lina Heil – ein Leben nach dem Tod ist möglich!

Umbau für „Lina Heil“

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Wir bauen das Museum um!

Gestartet sind wir mit Besucherrekord in das Jahr 2016. Die Ausstellung „Bilder der Neustadt 1990-2010“ war sehr erfolgreich. Leider konnten wir diese Ausstellung nicht verlängern.

Am 5. März 2016, um 19 Uhr wird gerockt im BRN-Museum!

„Die zwei Leben der Lina Heil – ein Leben nach dem Tod ist möglich“ wird unsere nächste Ausstellung im Frühjahr.

Ursprünglich war Lina Heil eine 79jährige Neustädterin, die 1902 in Dresden geboren ist. Sie lebte im Hinterhaus auf der Louisenstraße 9. Als sie 1981 verstarb, blieb ihre Wohnung verlassen. 1990 wurde das leerstehende Haus von Studenten und Alternativen besetzt. Sie brachen die Wohnung auf und zogen ein. Sie entdeckten die alte Briefe, Ausweise und Dokumente der Dame. Beim Durchlesen des Nachlasses der Verstorbenen, entdeckten die Hausbesetzer, dass diese Dame vielseitige Hobbies hatte, für die Wohlfahrt sammelte, den Traummann suchte und im Arbeitsleben immer wieder mit dem Staat aneckte. Einige Neustäder waren schon früher unkonventionell, freiheitsliebend und nicht so ganz staatstreu. Unter den Hausbesetzern befanden sich vier Musiker. Diese gründeten eine Punkband und benannten sich nach dieser Neustädterin. „Lina Heil“ spielte Punkrock und Speedpunk. Die Band ist heute ebenfalls Geschichte.

Die Ausstellung versucht das Leben von Lina Heil zu rekontruieren. Was sagen Dokumente und Briefe über ein Menschenleben aus? Die Ausstellung folgt diesem Leben durch die Diktaturen.  Dem gegenübergestellt, wird die Bandgeschichte „Lina Heil“ mit Audio- und Videomitschnitten. Alte Plakate und Fotos lassen die Musik- und  Hausbesetzerszene Anfang der 1990er wieder  aufleben.

Ein Teil der Musiker der Band „Lina Heil“ spielen  seit vier Jahren unter dem Namen „Faunpalast“. Schwerpunkt heute ist Indierock. Doch extra für die Vernissage im BRN-Museum werden sie sich ihrem kulturellen Erbe von „Lina Heil“ widmen.

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Bilder der Neustadt 1990 bis 2010

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Sebnitzer Straße 44 im Jahr 1990, Foto: Schuster

20 Jahre spazierte der Hobbyfotograf Joachim Schuster mit seiner Kamera durch die Äußere Neustadt. Es fing an mit zufälligen Schnappschüssen, wenn er in der Gegend war. Denn eigentlich stammt er aus Zschieren. Ihm war schon in der Wendezeit bewußt, dieses Viertel wird sich rasant verändern. Er dokumentierte die verfallene Architektur des Stadtviertels. 2008 zog seine Tochter auf die Sebnitzer Straße. Er erinnerte sich, dass er diese schon vor der Sanierung fotografiert hatte. Gemeinsam mit ihr suchte er diese Orte wieder auf. Die Häuser waren kaum wiedererkennbar. Es wurden bauliche Veränderungen vorgenommen. Er druckte alle seine früheren Aufnahmen aus und begann nunmehr gezielt die alten Motive zu suchen und sie neu zu fotografieren. Daraus entstand ein Bildband. Dieser zeigt den morbiden Charme maroder Bausubstanz und stellt die Pracht oder Bausünden nach der Sanierung der Häuser gegenüber. Die Ausstellung „Bilder der Neustadt“ stellt einen Teil des Bildbandes im BRN-Museum vor. Ein Ansichtsexemplar des Buches liegt in der Bibliothek des Stadtteilarchivs und kann im Buchhandel erworben werden.

Ausstellung ist noch bis zum 29. Februar 2016 im BRN-Museum
im Stadtteilhaus zu sehen. 0351-8011948