Geschichte der Neustadt

Tummelplatz A-Park

Den heutigen Alaunplatz bezeichnen die Neustädter gern als ihr grünes Wohnzimmer. Der Park am nördlichen Ende der Alaunstraße ist ein beliebter Treffpunkt, Sport- und Picknickplatz für die Anwohner.

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Der Alaunplatz 2015 Foto: Stadtteilarchiv

Als die Stadt Dresden gegründet wurde, befand sich an dieser Stelle noch dichter Wald. Dann brauchten die Dresdner Bauholz und die Heide verschwand. Ende des 18. Jahrhunderts trug der Sandplatz den Namen „An der Dresdner Heide“. Am Ausgang zur heutigen Alaunstraße befand sich 1765 eine Fabrik, zur Gewinnung von Alaun, welches für die Gerberei, die Holzindustrie oder für medizinische Zwecke zur Blutgerinnung benötigt wurde. Alaun ist ein Aluminiumsulfat, auch schwefelsaure Tonerde genannt.

Das dreißiger Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war geprägt von Aufständen. Die Julirevolution in Frankreich löste in ganz Europa Unruhen aus. Das beunruhigte offenbar auch König Anton. Die Unruhen in Sachsen richteten sich vor allem gegen die überkommene ständische Verfassung. Der König ließ die Soldaten mehr trainieren. Der festgestampfte Sandplatz in der Neustadt bot genügend Platz zum Marschieren. 1830 wurde er umbenannt in Exerzierplatz. 1870 wird die Albertstadt errichtet. Eine Kaserne steht direkt am Platz.  Die militärische Nutzung bleibt bis ans Ende des 2. Weltkrieges bestehen.

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Pavillon der Freilichtbühne 2015 Foto:  stadtteilarchiv

Danach wird er als Marktplatz, Festwiese oder Bolzplatz von den Neustädtern genutzt. 1955 bis 1990 erhält er den Namen „Platz der Thälmann-Pioniere“. 1960 wird er zur Grünanlage umgestaltet. Damals wurde der heute noch zu besichtigende Pavillon einer Freilichtbühne errichtet. Schnell bricht 1990 in Dresden eine neue Zeit an, die DDR ist abgeschafft und der Platz erhält den heutigen Namen Alaunplatz.

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Im Alaunpark 1990 Foto: Lothar Lange

Jedes Jahr am 1. Mai lädt DIE LINKE an der Südkante des Alaunparks zum politischen Brunch. Aber auch viele Familien und andere Gäste lieben es im Park zu frühstücken.

Zur BRN im Juni ist es der Tummelplatz der Punker. Hier steht die MERKWÜRDEN-Bühne und verwandelt den ruhigen Park in ein Festivalgelände.

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BRN 1995 im Alaunpark Foto: statteilarchiv

 

Beliebter Treffpunkt

Das Haus Marin-Luther-Straße 17 hat mit seinem runden Türmchen und der Klinkerfassade ein markantes Aussehen und beherbergt heute das Cafe Lloyds.

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Martin-Luther-Straße 17 Foto: Joachim Schuster

Die Martin-Luther-Straße wurde 1834 „Auf dem Sand“ angelegt. Damals trug sie noch den Namen Martinstraße. Denn die neue Straße verlief zum größten Teil über das Grundstück des Schänkwirts Johann Gottfried Martin. Später schenkte er sein Land der Stadt. Die Martin-Luther-Kirche wurde fertig gestellt und zum 400. Todestag von Martin Luther erhielt die Straße ihre jetzige Bezeichnung.

Sehr rasch wurde die neue Straße mit Häusern bebaut. Die Hausnummer 17 erscheint erstmalig 1850 im Dresdner Adressbuch und gehörte der Witwe Freifrau Johanna von Luttig. 1880 steht das heutige Haus an der Ecke und im Erdgeschoss existiert zu dieser Zeit eine Schänk- und Speisewirtschaft. 20 Jahre später existierte in den Räumen eine Galateriewarenhandlung. Modische Accessoires waren in der Neustadt schon immer gefragt. Mit Beginn der Nazizeit wurde offenbar praktischer gedacht und das Geschäft in eine Plättanstalt umgewandelt. Noch während der DDR-Zeit bestand die Heißmangel.

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ehemalige Heißmangel Anfang 1990er Jahre Foto: Lothar Lange

Nach der Wende bügelten die Anwohner offensichtlich wieder zu Hause. Die Räume wurde wieder ein Cafe. 2008 eröffnete das heutige Cafe Lloyds und wird von der Evangelischen Behindertenhilfe betrieben. Heute gehört dieses Cafe zu den beliebtesten im Stadtviertel und ist für die nachmittägliche englische Teatime berühmt.

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Cafe Lloyds an der Ecke Böhmische Straße Foto: Stadtteilarchiv